Wo Kunst auf Elektronik oder heißer Draht auf ein Bauteil trifft

Technikpower am GymSL

Vom 17. bis 18. November 2025 sowie 08. Bis 09. Dezember 2025 nahm eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums der Stadt Lennestadt erfolgreich am zdi-BSO-MINT-Angebot „Präzises Löten als verbindendes Element zwischen Kunst und Elektronik“ sowie „Herstellen von CNC-gefertigten Bauteilen“ der Anders Innovative Solutions GmbH teil. Die jeweils zweitägigen Maßnahmen boten einen umfassenden Einblick in die theoretischen und praktischen Grundlagen der Löttechnik sowie der computergestützten Fertigung von Bauteilen. „Als Mitgliedsschule im nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC sind wir besonders stolz, mit Prof. Anders als Kooperationspartner das T in MINT an unserer Schule stärker ausbauen zu können“, freut sich MINT-Koordinatorin Julia Borgard und ergänzt: „Die Schülerinnen und Schüler waren in den Praxisphasen besonders motiviert und haben ganz versteckte Talente gezeigt.“

Details zum Workshop Löten:

Im Workshop „Präzises Löten als verbindendes Element zwischen Kunst und Elektrotechnik“ setzten sich die Teilnehmenden zunächst mit der Geschichte des Löthandwerks sowie mit den metallurgischen und physikalischen Grundlagen des Lötprozesses auseinander. Themen wie Phasendiagramme, Diffusion, Oberflächenspannung oder der Unterschied zwischen Weich- und Hartlöten vermittelten das notwendige Hintergrundwissen, um das Löten fachgerecht und sicher anwenden zu können.

Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Sicherheitsbelehrung und der fachkundigen Unterweisung im Umgang mit Lötkolben und Lötdraht. Anschließend konnten die Schülerinnen und Schüler ihre erworbenen Kenntnisse direkt praktisch erproben – zunächst kreativ durch die Herstellung gelöteter Drahtskulpturen aus Kupfer, später im technischen Bereich beim Löten verschiedener elektronischer Bauteile wie Dioden, Widerstände oder Transistoren. Diese kamen anschließend in kleinen Schaltungen zum Einsatz. Zum Abschluss wurden elektronische Bausätze eigenständig zusammengebaut und in Betrieb genommen.

Ziel der Maßnahme war es, grundlegende handwerkliche Fertigkeiten zu vermitteln und ein fundiertes Verständnis für das Löten als Verbindungstechnik zu entwickeln. Darüber hinaus bot der Workshop wertvolle Einblicke in verschiedene Berufsbilder wie Goldschmied/in, Kunstglaser/in oder Elektroniker/in für Betriebstechnik sowie in ingenieur- und naturwissenschaftliche Studiengänge.

Details zum Workshop CNC-Fertigen:

Der zweitägige Workshop „Herstellen von CNC-gefertigten Bauteilen“ bot einen praxisnahen Einblick in die computergestützte Fertigung und machte moderne CNC-Technologien für die Teilnehmenden erlebbar. Zu Beginn beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der mathematischen Beschreibung ebener und prismatischer Geometrien, die als Basis für die Konstruktion und spätere CNC-Programmierung dienen. Anschließend folgte die Einarbeitung in die CNC-Programmierung des Schmelzschneidesystems FILOCUT, das für die Herstellung der Bauteile genutzt wurde.

In der Konzept- und Entwurfsphase entwickelten die Schülerinnen und Schüler eigene Komponenten und Baugruppen. Diese Entwürfe wurden im nächsten Schritt in die Praxis überführt: Die programmierten Bauteile wurden aus Polystyrolschaum mithilfe einer Schmelzschneidmaschine gefertigt. Zum Abschluss wurden die produzierten Einzelteile zu funktionsfähigen Baugruppen zusammengesetzt und erprobt.

Ziel der Maßnahme war es, grundlegende Kompetenzen und theoretisches Hintergrundwissen im Bereich der modernen CNC-Fertigung zu vermitteln. Gleichzeitig erhielten die Teilnehmenden wertvolle Einblicke in verschiedene technische Berufsfelder – darunter CNC-Fachkraft, Industriemechaniker/in oder Zerspanungsmechaniker/in – sowie in Studiengänge der Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Die Bilder sind Eigentum von Julia Borgard