Lennestädter Gymnasien erleben eine „Sternstunde“

In einem feierlichen Rahmen wurden jetzt die Stipendien der Dieter Mennekes-Umweltstiftung an drei Schüler und eine Schülerin für ihre herausragende Leistungen im diesjährigen Abitur vergeben. In Anwesenheit der beiden Schulleitungen, des Lennestädter Bürgermeisters Tobias Puspas und des stellvertretenden Bürgermeisters Michael Hartmann aus Kirchhundem ehrte Peter Schauerte von der Stiftung Pius Kemper und Jan Balzer vom Gymnasium der Lennestadt und Lina Utner und Henri Wadsack vom Gymnasium Maria Königin.
Alle vier haben einen Abiturschnitt zwischen 1,0 und 1,2 erreicht und auch weitere besondere Leistungen und Engagement in der Schule gezeigt.
Pius Kemper aus Welschen Ennest zeichnen, neben exzellenten Noten in der gesamten Schullaufbahn, sowohl seine Verlässlichkeit als auch seine große Hilfsbereitschaft aus. „Er ist ein echter Teamplayer, der bislang beste Mathe-Olympionike am GymSL und achtet sehr auf einen nachhaltigen Lebensstil, da er Autofahrten vermeidet und sich auch vegetarisch ernährt“, erläuterte Oberstufenkoordinator Patrick Vollmert als Laudator. Pius Kemper hat bereits mit einer Ausbildung zum technischen Systemplaner bei Jochen Brill in Grevenbrück begonnen und möchte erst einmal „etwas Praktisches“ machen.
Henri Wadsack aus Böminghausen sei äußerst interessiert und wissbegierig. So habe er viele zusätzliche Möglichkeiten genutzt, um seien Neugier zu befriedigen. Er besuchte verschiedene Akademien und nahm an einem Schülerwettbewerb der bekannten Forschungseinrichtung CERN in Genf teil. Aber auch das soziale Engagement führte Laudator Magnus Reifenrath an. Bereits in der Grundschule engagierte sich Henri mit einer großen Aktion für das MK-Schulprojekt „Servir“ Reifenrath: „Lehrer benötigte Henri eigentlich nur, um sich seine eigenen Gedanken und Ergebnisse bestätigen zu lassen.“ Henri plant Physik zu studieren, möglichst in Zürich und es soll auch nicht beim Studium bleiben, er strebt eine Uni-Laufbahn an.
Jan Balzer aus Altenhundem sieht seine Zukunft in der Chemie als Chemie-Ingenieur und plant dort auch zu promovieren. „Er gibt immer 100 Prozent, im Fachunterricht, aber auch im Sport. Jan ist Turner mit Leib und Seele und ein absolutes Energiebündel,“ berichtete Dr. Michael Wagner in seiner Würdigung. Jan ist auch als Turn-Trainer tätig, ein begnadeter Tänzer und Gamer. Schon früh habe er sich auch solidarisch gezeigt und sich für eine besserer Note eines Mitschülers eingesetzt.
Lina Utner aus Saalhausen wurde von ihrer LK-Lehrerin und Stufenleiterin Lisa Braune als beständig und zuverlässig, vor allem aber empathisch charakterisiert. „Du bist für andere da, du hörst zu, unterstützt Mitschülerinnen und Mitschüler, kümmerst dich um Nachbarskinder und engagierst dich bei Naturpädagogiktagen im Kindergarten.“ Lina sei eine pädagogische Ader in die Wiege gelegt worden, was konsequenterweise auch zum Berufswunsch Grundschullehramt geführt habe. Dies alles sei gepaart gewesen mit hervorragenden Leistungen. Gemäß dem Motto der Dieter Mennekes-Umweltstiftung „Intelligente Lösungen von intelligenten Menschen“ gelte für Lina Utner ganz besonders die emotionale Intelligenz.
Dass die Auszeichnung der Preisträger jedes Mal wieder eine „Sternstunde“ sei, erklärten Schulleiter Fabian Borys als Gastgeber und Erhard Reichling von der Stiftung unisono.
Reichling schlug zu Beginn aber auch eher nachdenkliche und kritische Töne an, als er auf die Bedrohung unserer Lebensgrundlagen, etwa durch das Artensterben, hinwies. Dadurch sei auch das „Ökosystem Sauerland“ bedroht. Es sei zu befürchten, dass die Biodiversität einen Kipppunkt erreiche, der unabsehbare Folgen haben werde. Daher sei es nötig, die „Natur wieder Natur sein zu lassen“ und die Land- und Forstwirtschaft ökologisch neu auszurichten.
Fabian Borys betonte in seiner Begrüßung, dass die Auszeichnung nicht nur ein finanzieller Zuschuss sei, sondern auch eine ideelle Verbindung und eine bleibende Gemeinschaft bedeute. Dies zeigten auch drei ehemalige Preisträger, die kurz über ihren Werdegang berichteten. Henning Biermann, der bereits vor 24 Jahren Preisträger war und Frederic Soest (beide Medizin) sowie Tom Baier (Ingenieurwesen).
Für die musikalische Gestaltung der Feierstunde sorgten die MK Singers der Q1 unter Leitung von Harald Jüngst, David Dommes mit einem Klarinettenstück und Ella Sonntag mit Gitarre und Gesang.

Die Bilder sind Eigentum von Ansgar Kaufmann