Fünfzehn Schülerinnen und Schüler des Städtischen Gymnasiums in Altenhundem haben im Rahmen eines Geschichtsprojektes Norwegen besucht. Begleitet wurden sie dabei von ihren Lehrern Daniel Kalbfleisch und Mark-André Vogt.
Einen ersten Höhepunkt der Fahrt bildete der Besuch an einer Partnerschule in der Kleinstadt Sarpsborg. Mit einer spektakulären Science-Show wurden die deutschen Gäste herzlich willkommen geheißen, bevor sie sich in Kleingruppen mit ihren norwegischen Partnern den Themen „Widerstand und Verfolgung während des 2. Weltkrieges“ widmeten. Die lokalgeschichtliche Schwerpunktsetzung erlaubte es den Schülerinnen und Schülern auch, über ihre eigene Familiengeschichte miteinander ins Gespräch zu kommen. So erfuhren die deutschen Gäste, wie norwegische Fischer Juden heimlich beim Passieren der Grenze ins sichere Schweden halfen, manche Norweger mit den Deutschen kollaborierten oder die Infrastruktur regelmäßig sabotierten, um den Feind langfristig aus dem Land zu vertreiben.
Die norwegischen Schülerinnen und Schüler lernten anhand von Beispielen Opfer der NS-Herrschaft in den Gemeinden des Sauerlandes kennen: So kamen u.a. die Schicksale der Geschwister Neheimer (Elspe), der Familien Winter und Neuhaus (Altenhundem) sowie das Ende der jüdischen Gemeinde in Lenhausen in Präsentationen zur Sprache. Aber auch verschiedene Formen des Widerstands einfacher Deutscher, die versuchten in ihrem Alltag dem NS-Terror etwas entgegenzusetzen, wurden thematisiert.
In Oslo selbst stand der Zweite Weltkrieg in Norwegen im Zentrum von Besichtigungen. Während man im Stadtmuseum in einer Sonderausstellung über die unmittelbaren Folgen der deutschen Invasion auf das Alltagsleben in Oslo aufgeklärt wurde, gewannen die Schülerinnen und Schüler im Widerstandsmuseum einen Einblick in den Verlauf des Zweiten Weltkrieges sowie in die Arbeit der Widerstandsgruppen in Norwegen. So ließen sich schließlich die Präsentationen der norwegischen Schülerinnen und Schüler in einen größeren historischen Zusammenhang einordnen.
Im Alfred-Nobel-Friedenszentrum wurde dann der Bogen zur Gegenwart gespannt: Was bedeutet Frieden heute? Wie steht es um die Demokratie weltweit? Und: Wie kann Frieden gesichert werden? Am Beispiel der venezolanischen Nobelpreisträgerin María Corina Machado konnten die Schülerinnen und Schüler die Herausforderungen anschaulich nachvollzeihen, denen sich politische Oppositionelle im 21. Jahrhundert ausgesetzt sehen.
Weitere Highlights stellten die Erkundung des weltbekannten Munch-Museums, des Frogner-Parks mit seinen einzigartigen Skulpturen sowie des Skigebiets am Holmenkollen dar, das man bei strahlendem Sonnenschein auf einer kleinen Wanderung genießen konnte.
Am Ende der Fahrt waren sich alle einig: Sie hat zu einem größeren Verständnis der deutschen und norwegischen Geschichte beigetragen. Neue Kontakte und Freundschaften sind entstanden, die sich in Zukunft vertiefen lassen.
Das GymSL als offiziell akkreditierte Erasmus+-Schule bietet Fahrten wie diese in regelmäßigen Abständen an.
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