Erasmus+ nach Italien
Eine Woche voller Eindrücke und unvergessener Begegnungen: 22 Schüler*innen aus der Q1 und EF waren dank der Kofinanzierung durch die Europäische Union vom 6.3. bis 14.3. unterwegs in Italien mit ihren Lehrer*innen Patrick Vollmert und Petra Weschollek sowie Julia Blöink und Vicky Jütte.
Auf dem Programm stand das Skifahren, das heißt die Ausbildung zu GymSL Ski Coaches – in diesem Jahr mit einem besonderen Schwerpunkt und der Frage: „Wie funktioniert Winter-Sport, wenn man ein Handicap hat?“
In der Vorbereitung setzte sich der Kurs eingehend damit auseinander. Schon vor der Fahrt sorgten Interviews und Gäste am GymSL für Erstaunen, Bewunderung und Wertschätzung. Unter anderem gab es ein Interview mit dem 22 jährigen dynamischen Para-Alpinskifahrer Christoph Glötzner, der bereits im Alter von 3 Jahren ein Bein verloren hat und in der Kategorie „stehend“ startet. Wir erfuhren, wie er trainiert, welche Hilfsmittel er nutzt, wie sein Handicap berechnet wird und dass man auch einbeinig „mit beiden Beinen fest im Leben stehen“ kann.
Vivian Hösch, ehemalige Para-Biathletin und -Langläuferin in der Kategorie seheingeschränkt (blind) faszinierte bei ihrem Besuch die Anwesenden mit all den Facetten ihres Alltages und ihren sportlichen Errungenschaften.
Marcel Malchin, der sympathische Para-Eishockeyspieler, war als Teamer mit dem Inklusionsmobil zu Gast am GymSL und zeigte seinen Schlitten und weitere Ausrüstung. Er leitete die Schüler*innen beim Rollisport an und war begeistert über die Energie und Freude, mit der unsere Schüler*innen beim Rolli-Basketball bei der Sache waren.
Erster Höhepunkt der Woche war der Besuch der Paralympics in Cortina d’Ampezzo. Im Skistadion von Tofane bestaunten wir den Super G in den Startklassen „blind/ seheingeschränkt“, „stehend“ und „sitzend“. Neben der mitreißenden Atmosphäre, angeheizt durch den Stadionsprecher und Milo, das lebensgroße Maskottchen – ein Hermelin mit nur einer Pfote – waren wir alle im Jubelmodus. Tief beeindruckt hat uns das Rennen der Seheingeschränkten. Hier fährt je ein sogenannter Guide voraus, der über Funk dem Athleten angibt, wann dieser welchen Schwung setzten muss, wann ein Sprung kommt usw. Klingt machbar, aber wenn man bedenkt, dass diese Rennläufer*innen mit 60-70km/h die Piste runtersausen, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Diese Erfahrungen und unsere vorausgehenden Begegnungen mit Para-Sportler*innen teilten wir mit unseren italienischen Freund*innen unserer Partnerschule Istituto di Istruzione Statale Superiore Galileo Galilei Ostiglia.
Die Delegation des GymSL wurde sehr herzlich empfangen und schnell entwickelte sich eine unbeschwerte und freundschaftliche Atmosphäre. Gegenseitig präsentierten wir unsere „Arbeitsergebnisse“ in eindrucksvollen PowerPoint Präsentationen und Videozusammenschnitten. Kurzerhand wurde eine Live-Schaltung zu der Italienischen Profivolleyballerin Aurora Cristelli hergestellt. Sie ist taubstumm und berichtete davon, wie die Kommunikation auf dem Feld funktioniert. Tief beeindruckt hat uns ein Video. Darin ist zu sehen, wie die Volleyballmannschaft in einer langen Reihe steht, man hört die Nationalhymne Italiens und sieht die Spielerinnen die Hymne in Gesten „singen“.
Nach leckerem und originalem Panettone ging es in die „Palestra“, die Sporthalle der Schule. Hier fanden verschiedene Aktivitäten statt im Sinne des Olympischen bzw. Paralympischen Mottos: im Flur gab es eine Curling-Bahn, in einer Feldhälfte wurde Goalball gespielt (Klingelball mit Dunkelbrillen) und in einem anderen Teil Hockey. Das große Finale war dann aber doch ein Fußballspiel Italien gegen Deutschland. Und hier schenkten sich beide Teams nichts. Es war rasant, schnell und die Stimmung glich der im ausverkauften Großstadion. Am Ende ging Deutschland als stolzer Sieger vom Platz und als die Italiener zur Revanche im Basketball herausforderten, mussten sie sich auch hier geschlagen geben.
Dem Miteinander konnten die beiden deutschen Siege nichts anhaben. Es wurde gescherzt und gelacht, Pläne für den Gegenbesuch und die Programmpunkte geschmiedet (u.a. Deutsches Olympisches Sportmuseum Köln sowie die Sportstätten in Winterberg).
Die verschiedenen Erfahrungen werden in Erinnerung bleiben und den Blick auf viele Dinge im Leben und Alltag nachhaltig verändern.
Ciao bella Italia, ciao i miei amici.
Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Nationalen Agentur wider. Weder die Europäische Union noch die Nationale Agentur können dafür verantwortlich gemacht werden.