Erfahrungsbericht MINT-EC Camp

Erfahrungsbericht MINT-EC Camp: Erhaltung eines Weltkulturerbes am Beispiel des Aachener Doms

Mein Name ist Fritz Schirbel, ich bin Schüler der Q1 am GymSL und ich hatte vom 19.05.2025 bis zum 23.05.2025 die erfreuliche Möglichkeit, dank des MINT-EC-Netzwerks an einem Camp teilzunehmen. Das Camp wurde zum ersten Mal vom Inda-Gymnasium in Aachen in Kooperation mit der Dom Bauhütte Aachen, der RWTH Aachen, der TH Aachen und dem Bistum Aachen veranstaltet. Der Name des Camps war: Erhaltung eines Weltkulturerbes am Beispiel des Aachener Doms aus dem Jahre 804 n. Chr. — Modernere Technik im Einsatz mit traditionellen Handwerksmethoden. Ich habe mich mit einem kurzen Motivationsschreiben auf dieses Camp beworben und wurde angenommen.

Am Montag war die individuelle Anreise der verschiedenen Teilnehmer, die aus ganz NRW angenommen wurden, und das Einchecken in unserer Unterkunft, der Erzbischöflichen Akademie. Die Unterbringung erfolgte in angenehmen Zweibettzimmern, in denen wir kurz unser Gepäck ablegten und dann zum Dom liefen. Am Dom angekommen wurde unserer Gruppe zunächst eine normale Gruppenführung gegeben und danach eine spezielle Führung mit dem Dombaumeister Dr. Jan Richartz in Bereiche, die nicht für normale Besucher zugänglich sind. Während der Führungen gab es besondere erste Einblicke in die Geschichte des Doms und der Stadt Aachen, unter anderem auch in aktive und vergangene Instandhaltungsarbeiten. Dabei ist auch eines von vielen Bildern entstanden, auf dem die ganze Gruppe auf dem Dach des zentralen Oktogons des Aachener Doms sitzt. Danach durften wir auch noch auf das Dach der Chorhalle, von dem man eine großartige Aussicht auf Aachen hat. Danach ging es wieder zurück zu unserer Unterkunft und zum Abendessen.

 Am zweiten Tag ging es in das Institut für Bauforschung, in dem die originalen Materialien zur Zeit des Dombaus versucht werden nachzustellen, um damit den Dom zu restaurieren. Im Institut durften wir unsere eigenen Gipsmodelle vom Aachener Dom herstellen und mitnehmen. Außerdem haben wir Einblicke in aktuelle Forschung bekommen und das WDR hat uns auch kurz besucht für einen regionalen Beitrag.

 Am dritten Tag ging es um die Archäologie und die reiche Geschichte des Doms und der Umgebung. Dabei durften wir unter anderem mehrere aktive Ausgrabungen besuchen mit Überresten, die teilweise älter als der Dom selbst sind und noch aus der Römerzeit stammen. Unter anderem durften wir Mauerüberreste und verschiedene Erdschichten unter der Taufkapelle in der Nähe des Doms sehen und haben einiges dazu erzählt bekommen.

In den Bildern im Anhang sind einmal eine römische Therme direkt unter dem Aachener Dom, daneben ein Belüftungsschacht für heiße Luft, die damals für eine Fußbodenheizung verwendet wurde — ebenfalls Teil der Therme — und verschiedene freigelegte Mauerüberreste und die dazugehörigen Erdschichten. Dabei ist auf den ersten Blick nichts besonders Interessantes zu erkennen; bei näherer Betrachtung sind aber mehrere verschiedene Mauerüberreste aus verschiedenen Epochen zu sehen, die sich überschneiden. Außerdem besteht eine zunächst als eine schwarze Erdschicht erkennbare Schicht eigentlich aus zwei unterschiedlichen Schichten aus dem Mittelalter.

 Am vierten Tag ging es um die sogenannte Auralisierung. Das bedeutet, mithilfe eines Computerprogramms und eines 3D-Modells verschiedene Kompositionen auszuprobieren, um eine ideale Sprachsituation für Priester in einer Kapelle zu finden. Für diesen Tag wurde für uns die Nikolauskapelle abgesperrt, damit wir darin mit verschiedenen Mikrofonen und Lautsprechern experimentieren konnten. Dabei wurden wir von Herrn Zewas beaufsichtigt.

Am fünften und letzten Tag gab es noch eine Feedbackrunde und die finalen Präsentationen über die letzten vier Tage von uns zu unseren Betreuern. Danach gab es noch Informationen zu einem Studium an der RWTH Aachen und der TH Aachen. Dann war die Veranstaltung beendet und die Gruppe hat sich aufgelöst; jeder hat seine individuelle Abreise angetreten.

Insgesamt muss ich sagen, ich hatte selten so viel Spaß und Interesse an überhaupt irgendetwas. Was ich in dem Erfahrungsbericht nicht erwähnt habe: Wir hatten insgesamt eine meiner Meinung nach perfekte Kombination aus Schülerinnen und Schülern sowie Betreuenden, die alle ein enormes Interesse an den Themen hatten. Außerdem gab es in unserer Unterkunft einen extra Konferenzraum nur für unsere Gruppe, in dem wir manchmal noch bis spät in die Nacht Gesellschaftsspiele gespielt oder einfach nur geredet haben. Nicht zu vergessen, dass ich für die gesamten fünf Tage nichts bezahlen musste. 

Alle Bilder sind Eigentum von Julia Borgard