Das Inklusionsmobil am GymSL

Erfahrungsbericht von Lia Hartmann (Q1)

Ich habe als Teilnehmerin des Projektkurses „Ski Alpin“ am 3.2. am Angebot des Inklusionsmobils teilgenommen. Das Hauptthema war Inklusion im Sport: Wie sportliche Aktivitäten für Menschen mit Behinderung gestaltet werden können und wie gemeinsamer Sport möglich ist. Zu Beginn wussten wir nicht genau, was uns erwartet, außer dass Sport-Rollstühle bereitstanden. Unsere Motivation war anfangs eher gering, da wir mit viel Theorie gerechnet hatten. Im Mittelpunkt der Begrüßung stand Marcel Malchin, der vor fünf Jahren bei einem Unfall Teile seiner Beine verloren hat. Er erzählte, wie er sich trotz Unsicherheit erneut dem Sport zuwandte und über verschiedene inklusive Angebote schließlich zum Para-Eishockey fand. Heute ist er fester Spieler des deutschen Nationalteams und verfolgt das Ziel, 2026 an den Paralympics in Mailand/Cortina teilzunehmen. Er erklärte uns Schlitten und Schläger des Para-Eishockeys, die wir sogar selbst ausprobieren durften. In der Halle gab es zwei Stationen. Die erste: Sport-Rollstühle. Anfangs hatten wir Respekt davor, uns hineinzusetzen, aber nach kurzer Zeit hatten alle großen Spaß. In einem Parcours lernten wir, den Rollstuhl zu steuern und waren überrascht, wie viel Freude das machte. Die zweite Station bestand aus einem Team-Parcours mit Blindenbrillen, bei dem man per Stimme geleitet wurde. Auch das wirkte zuerst befremdlich, machte aber schnell Spaß und schärfte andere Sinne. Danach ging es weiter mit Rollstuhl-Basketball. Wir lernten die Grundlagen wie Anschwung, Dribbling und Ballaufnahme. Anschließend spielten wir Pässe, warfen Körbe und traten sogar in einem Staffelrennen gegeneinander an. Die Stimmung war ausgelassen, der Teamgeist enorm. Bei einem 4-gegen-4-Spiel steigerten sich Motivation und Können noch weiter, und der Rollstuhl fühlte sich zunehmend selbstverständlich an. Als die Rollstühle am Ende abgebaut wurden, waren viele enttäuscht. Mehrere äußerten den Wunsch, Rollstühle auch im Sportunterricht zu nutzen. Wir erhielten den Hinweis, dass Herr Knobloch von der TSG Lennestadt regelmäßig Rollstuhl-Basketball anbietet und über barrierefreie Halle sowie spezielle Sportrollstühle verfügt. Interessierte – mit oder ohne Einschränkung – können dort mitspielen. Der Tag hat gezeigt: Sport ist für alle da, Grenzen entstehen oft nur im Kopf. Der Workshop war eine wertvolle Erfahrung, die uns Inklusion im Sport nähergebracht und bei allen für Begeisterung gesorgt hat. Mein persönliches Fazit: Eigene Erfahrungen fördern Respekt, Akzeptanz und Wertschätzung. Deshalb: Seien Sie offen für inklusive Sportangebote – und setzen Sie sich ruhig einmal in einen Rollstuhl, um Basketball auszuprobieren.
Die Bilder sind Eigentum von Petra Weschollek